• Joan Hinterauer

Die CEOs sind alleine.

Aktualisiert: 23. Mai 2019


Ein Gespräch mit meinem Freund Martin vor einigen Tagen hat mich wieder an meine Karriere Vergangenheit erinnert. Einerseits weil wir einen gemeinsamen Bekannten haben der CEO eines österreichischen Mittelständlers ist. Andererseits weil die Bilder meiner Karriere-Endstation als CSO wieder in mir hochgekommen sind.


Die Konversation drehte sich vorwiegend um unseren gemeinsamen Bekannten. Er hat vor einigen Wochen den CEO-Stuhl getauscht. Er hat einen Mittelständler verlassen und sich einem anderen angeschlossen. Da ich ihn aus unserer gemeinsamen Zeit schon als sehr ausgezehrt in Erinnerung hatte, sprach ich meine Gedanken laut aus und fragte meinen Freund:

„Wie alt ist er denn jetzt. Glaubst du, wird er das noch lange machen? Das ist auf Dauer ein echter Mist-Job.“

Martin antwortete:

„Ich glaube er ist jetzt 51 oder 52 Jahre. Aber ganz ehrlich, das nagt an ihm. Ich glaube ein paar Jahre wird er es noch machen. Ich könnte mir vorstellen, dass das jetzt die letzte Station ist. Das würde ich ihm zumindest wünschen. Zumal es aufgrund von diversen Rahmenbedingungen wieder sehr fordernd ist. Zudem ist die Distanz nach Hause zu groß. Er kann nicht täglich pendeln“.

Ich frage ihn, ob er wenigstens am Donnerstagabend schon nach Hause fährt und freitags aus dem Home-Office arbeitet. Woraufhin Martin antwortet:

„Nein. Daran ist nicht zu denken. Die Herausforderungen sind zu groß. Er muss anwesend sein.“

Wenn ich jetzt diese Zeilen schreibe und das Gespräch sich noch einmal vor meinen Augen abspielt, werde ich richtig traurig. Ich werde traurig, weil ich Mittel und Wege kenne wie es auch anders gehen kann. Auch CEOs können ein menschwürdiges Leben führen. Doch wie kann das gelingen?

Der Schlüssel ist eine dezentralisierte Firmenstruktur, die sich auf die Übernahme der unternehmerischen Verantwortung durch die gesamte Belegschaft stützt. Was im privaten Umfeld selbstverständlich ist, wird im Wirtschaftskontext völlig anders gelebt. Jede Familie übernimmt die Verantwortung für eigenes Tun. Sei es der Kredit für den Hausbau, oder für die Erziehung ihrer Kinder. Doch im Unternehmen lastet die gesamte Verantwortung auf den Schultern der CEOs. Das muss so nicht sein – trotz formaljuristischer Einschränkungen.

An der Stelle werden viele den Kopf schütteln. Es fällt uns schwer zu glauben, dass es Firmen gibt, in denen die Mitarbeiter unternehmerische Verantwortung übernehmen. Doch es gibt sie. Und sie werden immer mehr. Zum Beispiel Tele-Haase aus Wien, der vermeintliche „CEO“ ist dort der Gruß-Onkel – schließlich schüttelt er den wichtigen Menschen die Hand, die bei Tele-Haase den CEO sprechen wollen. Aber entscheiden tut er alleine nichts. Die Entscheidungen fallen in Gremien, die prozessbezogen über das Unternehmen verteilt sind. Dort werden Bankthemen ebenso entschieden, wie die Kündigung von Mitarbeitern.

Noch konsequenter in der Dezentralisierung ist die Alois Heiler GmbH. Eine Glasmanufaktur mit ca. 60 Mitarbeiten. Die Überraschung war groß als Stephan Heiler (Inhaber) mit einigen Mitarbeitern vor mehr als zwei Jahren plötzlich festgestellt hat:

„Wisst ihr was mir gerade auffällt. Wir sind bereits seit mehr als 2 Monaten ohne eine letzte formale Führungskraft. Das ist Wahnsinn. Wir haben es nicht einmal bemerkt.“

Beispiele wie diese, gibt es mittlerweile noch einige – im deutschsprachigen Raum, wie über die ganze Welt verteilt. Wenn man die CEOs dieser Firmen befragt, dann wird keiner von einer leichten Aufgabe sprechen. Aber auf die Frage hin, ob sie es noch einmal so machen würden, werden Sie ein bestimmtes JA zur Antwort bekommen.

Zweifelsohne erfordert es Mut konsequent Schritte in diese Richtung zu gehen. Doch glauben Sie mir und den Pionieren, die es bereits vorleben:

„Dieser Weg ist jede Anstrengung wert“

Ich habe zu diesem Thema auch zuletzt ein Interview im Podcast Innerer Reichtum von Mike Kaiser gegeben. Hören Sie doch einfach mal rein, wenn Sie das Thema interessiert:


Viel Spaß beim Hören.

#Perspektivreise #Aktivistencamp #JoanHinterauer #DigitalerHumanist #NewWork #CEO #Digitalisierung #DigitaleTransformation

#CEO #NewWork #Einsamkeit #InnererReichtum #Podcast #Perspektivreise #Aktivistencamp #JoanHinterauer #Digitalisierung #DigitaleTransformation #DigitalerHumanist #digitalhumanist

UNTERNEHMEN
ADRESSE

Johann Hinterauer EU

UID: ATU69789213

Tannberg 49, 5221 Lochen/See

Austria

KONTAKT

© 2018 by Joan Hinterauer

  • Linkedin_Orange_2
  • Xing_Orange
  • Twitter_Orange
  • Facebook_Orange
  • Youtube_Orange
  • Mail_Orange_2