• Joan Hinterauer

Bella & Upstalsboom, eine New Work Geschichte mit Gänsehaut-Faktor.


Die Upstalsboom Kultur gibt einer verzweifelten Frau eine Chance.

Welches Unternehmen stellt eine Frau mit folgendem Profil ein, für eine körperlich fordernde Position im Housekeeping:

seit 2 Monaten im Krankenstand wegen drei Bandscheibenvorfällen und psychischer Probleme (verursacht durch "Mobbing"), kann nicht zum Probearbeiten kommen, ...

Upstalsboom tat vor 1,5 Jahren das, wo wohl 99% der Unternehmer den Kopf schütteln würden, sie stellten Bella im Housekeeping an. Alleine diese Tatsache betrachtend, bekomme ich Gänsehaut bei der Vorstellung des Menschenbildes, das hinter so einer Entscheidung steht. Liebe Upstalsboomer, das ist einzigartig und ich wünsche euch, dass ihr selbst diesen Wert erkennen könnt, den ihr mit dieser Haltung zum Wandel in der Gesellschaft beitragt.

Bella war, bevor sie zu Upstalsboom kam, bereits im Housekeeping in einem anderen Hotel tätig. Lange Zeit war sie dort vermeintlich auch glücklich, trotz hierarchischem Machtmissbrauch, hohem Leistungsdruck und Geringschätzung durch die Vorgesetzten. Sie hatte ihre Insel der Freude gefunden, indem sie mit zwei Kolleginnen im Housekeeping eine freundschaftliche Beziehung einging. Mit einer dieser beiden Kolleginnen verstand sie sich ganz besonders gut, doch dann kam der plötzliche Umschwung. Da die beiden Kolleginnen schon lange untereinander eng befreundet waren, vermutet Bella, dass durch die Intensivierung der Beziehung zu einer der beiden, Eifersucht ins Spiel kam.

Plötzlich wurde sie von den beiden angefeindet, man hat sie bei den Vorgesetzten angeschwärzt und ihr Sachen unterstellt, die sie nicht getan hatte. Bella versuchte sich zu wehren, indem sie immer wieder das Gespräch mit Ihnen suchte, doch vergeblich - sie wusste nicht, was passiert war. Das Leben in ihrem Job wurde so Tag für Tag mehr zur Hölle für Sie. Schließlich wurde sie krank, es gab noch ein Angebot von der Hoteldirektorin in einer anderen Form zurück zu kommen, aber Bella lehnte es ab, weil dieses Angebot ihr keine Wertschätzung entgegen brachte und nichts an der Ursache zu verändern schien.


Schließlich ergab sich der "rettende" Kontakt zu Upstalsboom. Sie befand sich zu diesem Zeitpunkt noch im Krankenstand, um sich von drei Bandscheibenvorfällen und den Auswirkungen des Mobbings bei ihrem letzten Arbeitgeber zu erholen. Da sie im Krankenstand nicht arbeiten durfte, konnte sie den sonst üblichen Probearbeitstag bei Upstalsboom nicht machen.

Die Menschen bei Upstalsboom waren trotzdem gewillt ihr eine Chance zu geben. Sie glaubten ohne rationalen Beweis an ihre Talente und ihren Wert als Mensch. Bella ist nun seit ca. 1,5 Jahren bei Upstalsboom und ist in der Lage, sich Stück für Stück wieder mehr zu öffnen und das Vertrauen in die Menschen zurück zu gewinnen. Sie lacht und ist fröhlich, machte sogar einen Scherz mit Gästen als uns diese am Gang begegneten. Ich habe ca. 3 Stunden mit Bella im Housekeeping mitgearbeitet, sie hat mir von Ihrer Vergangenheit und Ihrer Familie erzählt - wir haben Fotos unserer Kinder ausgetauscht und haben festgestellt, dass unsere Töchter denselben Namen haben. Azubi Arne war in dieser Zeit auch immer in unserem Dunstkreis, er befreite die Teppichböden in Zimmern und Gängen von hartnäckigen Flecken. Diese Arbeit hätte er im ganzen Hotel erledigen können, es gibt genug Flecken da und dort. Doch es schien als ob Arne die Anwesenheit von Bella genießt und er sich deshalb lieber den Flecken in ihrer Nähe widmet.

Wunderschön zu sehen, wie sich ein Azubi eigenverantwortlich seine Tätigkeiten einteilt und dies, vor allem, auch darf. Die Tätigkeit war als Rahmenaufgabe mit ihm abgesteckt, das wie - wo - wann und in welcher Geschwindigkeit, schien ihm selbst überlassen. Das ist der passende Weg, um Menschen in ihre eigene Kraft und Eigenverantwortung zu führen und schließlich auch die Basis unternehmerischen Denkens.

Bella geht ihren Weg. Sie ist gerade dabei, dass sie ihre Zimmer selbst für die Anreise von neuen Gästen freigibt und übernimmt damit wieder ein Stück mehr Eigenverantwortung. Um diese Entwicklung zu ermöglichen braucht es einen Rahmen, den ihr Katharina und Julia als ihre Führungskräfte geben. Sie bringen ihr Vertrauen entgegen und ernten eine Bella, die Schritt für Schritt mehr Verantwortung übernimmt und damit das Wachstum der Kultur und das unternehmerische Wachstum mitgestaltet.

Im Gespräch mit Julia stellte ich mit Freude fest, welche "Führungskultur" sich hier schon etabliert hat. Julia ist in klarem Bewusstsein darüber, wie sie mit Bella umgeht. Sie drängt sie nicht und begleitet sie achtsam dabei ihren Weg bei Upstalsboom und als Mensch zu gehen. Das Ziel von Julia und Katharina ist es, sich als Führungskräfte im Housekeeping selbst überflüssig zu machen - das Team soll einmal die Aufgaben selbstverantwortlich und selbstorganisiert wahrnehmen. Was ist das für eine Vision, beeindruckend.

Obwohl das Upstalsboom Hotel in Kühlungsborn offiziell mit ganz „normaler“ formaler Hierarchie organisiert ist, spiegelt die gelebte Kultur nicht die üblichen Muster wieder. Eine Wertschätzungskultur die ihresgleichen sucht ist dort für jedermann erlebbar. Besucher können sich zum Upstalsboom Curriculum anmelden und auf diesem Wege verstehen & erleben, wie es dieses Unternehmen geschafft hat sich so zu entwickeln. Ich lege an dieser Stelle jedem Menschen, der sich für Firmenkultur interessiert, ans Herz – kombiniere einen deiner nächsten Urlaube mit einem Besuch in einem Upstalsboom Hotel. Am besten wäre es, du arbeitest wie ich, einige Stunden mit. Das ermöglicht es dir, so richtig in diese Welt einzutauchen. Vielleicht bekommst du ja auch eine Bella-Begegnung geschenkt bei deinem Aufenthalt.

Ich möchte Upstalsboom in absehbarer Zeit wieder besuchen. Ich bin neugierig, ob sich die formale Hierarchie neben dieser besonderen Kultur im Frieden halten wird. Oder ob es doch früher oder später zum Konflikt kommt – die Zeit wird es uns zeigen.

Zeige jetzt Haltung und werde dadurch selbst zum Teil des Wandels, den du dir für diese Welt wünscht.

Joan Hinterauer

#100ProzentHaltung

#zeigenwasgeht

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