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  • Joan Hinterauer

Muss uns Arbeit vom Leben trennen?

Aktualisiert: 23. Mai 2019


Kannst du die Trennung verstehen?

Ich hatte gestern ein interessantes Gespräch mit meiner Frau Maria Hinterauer. Wir sind beide selbstständig und unsere Kinder sind 2 und 4 Jahre. Wir haben uns das Szenario vorgestellt, wenn ich jetzt einen Vollzeit Management Job annehme, was mit uns und unserer Familie passieren würde.

Meine Frau war in Sekunden in einer Art Panik, sie fühlte sich sofort eingesperrt. Für sie wäre das so, wie wenn dann das Unternehmen für das ich arbeiten würde, das Vorrecht auf mich und meine Zeit wieder hätte. Sie und die Kinder müssen sich hinten anstellen. Diese Reaktion ist eine spannende Beobachtung für mich. Sie zeigt doch sehr prägnant auf, welche Trennung die Arbeitswelt von heute oft provoziert. Eine Trennung zwischen Familie und Beruf, eine Trennung von der Liebe und den tiefen Beziehungen zu den nächsten Menschen im Leben. Gerade Managementpositionen wird das in einer selbstverständlichen Art und Weise abverlangt.


Das Bild ist so, dass die Unternehmen an den Energietank der Familien andocken und damit starten abzusaugen. Als Gegenleistung, Beruhigung oder Entschädigung, wird monatlich eine Zahl per Knopfdruck auf das Familienkonto überwiesen. Immer öfter fällt auch der Ausdruck Schmerzensgeld in diesem Zusammenhang.

Was bedeutet das im größeren Kontext?

Wenn ich den Blick weite, kommt der ganze verrückte Kreislauf zum Vorschein. Die Menschen arbeiten in den Unternehmen und vernachlässigen dabei ihre Familien. Als Folge daraus werden sie als erstes selbst krank, die Krankenkassen und unser Sozialsystem übernehmen. Dann kommt der Zusammenbruch der Familie, die Gerichte und das Sozialsystem übernehmen. Dann kommen die Probleme der Kinder in der Schule, das Bildungssystem übernimmt und sagt dir, was bei deinen Kindern und dir falsch läuft. Die Kinder verlassen die Schule, und wer nicht in sich stabil geblieben ist in dieser Zeit, fängt genau am Beginn dieses Absatzes das Karriere-Spielchen wieder von vorne an.

In Kürze - die Menschen gehen in Unternehmen und lassen sich dabei von Ihren Familien und den Beziehungen trennen. Diese Trennung wird in Form indirekter monetärer Lösungsversuche auf Symptomebene (Sozialsystem & Co.) versucht zu reparieren, mit mäßigem Erfolg. Gleichzeitig wird den Menschen erzählt, sie müssten noch fleißiger sein, denn sonst wird das schöne Sozialsystem in Zukunft nicht mehr funktionieren.

Warum nicht STOP an dieser Stelle?

Dieser Kreislauf ist krank, das ist offensichtlich. Wir zerstören zuerst das Wertvollste in unserem Leben, unsere Familien und Beziehungen - damit wir uns am Ende unseres Lebens, was derzeit irgendwie mit dem Pensionsantritt gleichzusetzen ist, dann fragen, wo unsere Liebsten denn geblieben sind. Und welche tieferen Beziehungen einem noch geblieben sind.

Es ist Zeit STOP zu sagen. Die Familien und menschlichen Beziehungen dürfen sich nicht weiter nach den "monetären Bedürfnissen" der Unternehmen richten - NEIN, die Unternehmen müssen lernen sich an die Bedürfnisse der Menschen und Gesellschaft anzupassen. Dafür braucht es in Zukunft #100ProzentHaltung!

Die neue Arbeitswelt sieht radikal anders aus.

Das ist eine ganz neue Perspektive, aber am Ende des Tages ist es der einzige Weg - wir können ihn jetzt annehmen, oder auf den steigenden Leidensdruck warten.

Damit das gelingen kann, braucht es andere Herangehensweisen. Grundvoraussetzung ist, dass ein Unternehmen einen Sinn stiftet, damit ist nicht Wachstum und Profit gemeint. Es geht darum, welchen Beitrag eine Organisation für die Gesellschaft leistet. Damit meine ich keine CSR Reports.

Weiter braucht es Organisationsformen, welche diese Trennung minimieren. Sie müssen anpassungsfähig und robust sein, und das Leben der menschlichen Ganzheit ermöglichen.

Ganzheit, da war doch noch mehr?

Die Potentiale können aber nur gelebt werden, wenn wir endlich verstehen, dass Menschen mehr sind als rationelles Denken und durch Geld steuerbare intelligente Arbeitskräfte.

Bitte entdeckt eure Qualitäten, Talente und eure EINZIARTIGKEIT, werdet zu ganzen Menschen. Wenn wir das schaffen, dann stellt sich auch die Frage nach mehr Effizienz und Fleiß nicht mehr. Menschen, welche sich in ihrer Ganzheit in einer sinnstiftenden Form in Unternehmen einbringen können und dürfen, leisten in kurzer Zeit, ein Vielfaches, von den heute zu Ende optimierten Ratio-Arbeitsplätzen.

Und NEIN, das kann man nicht kalkulieren, das kann man nur erleben und bestaunen.

Das Spiel dreht sich gerade.

Am Beispiel des Fachkräftemangels ist das aktuelle Verschieben der Kräfte gerade schon sehr deutlich zu sehen. Vor 5 bis 10 Jahren war es noch üblich, dass sich die Firmen die Kandidaten für eine neue Position aus einer Vielzahl von Menschen ausgesucht haben. Mittlerweile kippt dieses Machtverhältnis, auch wenn viele Personaler das noch nicht wahr haben wollen. Wenn nicht schon heute der Fall, werden in Zukunft die Talente sich den Job unter den Firmen aussuchen, die sich bei Ihnen beworben haben. Plötzlich stehen wir an der Schwelle, wo Wachstum nicht mehr einfach möglich ist. Wer keine partizipative Firmenkultur vorweisen kann, der kann schlicht und einfach nicht mehr wachsen, weil ihm die Menschen dazu fehlen – Digitalisierung hin oder her.

Jeder kann etwas verändern.

Nicht jeder von uns kann das Unternehmen verändern in dem er arbeitet. Trotzdem ist jammern über die Firma keine Lösung, das erzeugt nur Frust auf beiden Seiten. Was ich und du aber jederzeit können ist, Haltung zu zeigen. Zeige Haltung, zeige auf was falsch läuft und gehe auch in die Konsequenz die dir möglich ist. Ich habe bei meinem Arbeitgeber gekündigt, als ich das Angebot bekommen habe in die Geschäftsführung „aufzusteigen“. Ich wollte nicht weiter ein ausbeuterisches System bedienen und schon gar nicht ganz oben stehen. Ich habe es geschafft zu mir und zu meinen Werten zu stehen in dem Moment. Ich habe Haltung bewahrt. Das bedeutet nicht, dass du jetzt kündigen musst. Aber esist ein Beispiel dafür, dass man sich nicht der vermeintlichen Sicherheit & Abhängigkeit alternativlos hingeben muss. Fühle dich bestärkt in kleinen Schritten zu starten. Vielleicht beginnst du einfach deinen Wiederstand gegen bestimmte Entscheidungen transparent zu machen, oder du gehst mit deinem Arbeitgeber in den Dialog, um deine Stunden zu reduzieren. Vielleicht brauchst du ja mehr Zeit, um die wirklich wertvollen Dinge in deinem Leben mit Energie zu befeuern.

Zeige jetzt Haltung und werde dadurch selbst zum Teil des Wandels, den du dir für diese Welt wünscht.

Joan Hinterauer

#100ProzentHaltung

#zeigenwasgeht

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