Corona ist gekommen, um zu bleiben.

Vor ein paar Tagen hatte ich eine Unterhaltung mit einem Bekannten. Natürlich, lies sich Corona, als Thema nicht vermeiden. Plötzlich war sie wieder da, die Aussage aller Aussagen: >>wenn jetzt bald die Impfpflicht greift, dann ist es endlich vorbei.<<

Sofort läuft eine Szene von vor 6 Monaten vor meinen Augen ab. Unser mittlerweile abgedienter Bundeskanzler Kurz verspricht der Nation medienwirksam vor laufenden Kameras: >>die Pandemie ist für alle vorbei, die geimpft sind<<. Was aus dieser Zusage wurde, wissen wir jetzt. Folgendes Zitat meines Schwagers finde ich zu solchen Szenen immer passend: >>Kompetentes und selbstbewusstes Auftreten bei totaler Ahnungslosigkeit<<. Damit gewinnt man Wahlen und wie am Beispiel Kurz ersichtlich, tolle Jobs beim amerikanischen Tech-Investor und PayPal Gründer Peter Thiel. Dann hoffe ich mal für alle PayPal Kunden, dass kein Wirecard draus wird. Für Herrn Kurz gilt selbstverständlich vorsorglich schon mal die Unschuldsvermutung ;-).



Zurück zu unserem Thema. Was kurz im Juni 2021 getan hat und mein Bekannter ihm gerade nachmacht, ist leider zu menschlich. Wir verdrängen Tatsachen, weil wir die damit verbundene Unsicherheit nicht aushalten. Zu dem Zeitpunkt der Kurz Aussage war mit hoher Wahrscheinlichkeit in Expertenkreisen bereits klar, dass wir Corona weder schnell noch kurzfristig loswerden. Ich erlangte diese Klarheit am 17.07.2021, als ich auf folgenden Artikel in der Wiener Zeitung stieß: https://www.wienerzeitung.at/nachrichten/wissen/mensch/2112842-Die-Varianten-werden-uns-um-die-Ohren-fliegen.html.


Hier das Zentrale Zitat aus dem Text zu der Frage „War Herdenimmunität immer schon eine Illusion?“:


Im März 2020 steckte eine Person drei andere an. Wenn zwei durch eine Impfung geschützt wären, läge die Ansteckungszahl R bei 1 und dann gäbe es kein exponentielles Wachstum mehr, meinte man. Deswegen müsse eine 70-prozentige Impfquote erreicht werden, um die Verbreitung zu stoppen. Delta ist aber infektiöser: Eine Person steckt sechs Personen an, weswegen wir 85 Prozent der Menschen wirksam immunisieren müssen, damit die Kette gebrochen ist. Jedoch wirkt gegen Delta die Impfung ein bisschen schlechter. Die Wahrscheinlichkeit, nicht krank zu werden, liegt mit Astra bei 60 Prozent und mit den mRNA-Impfungen bei 88 Prozent, der Schutz vor Ansteckung ist etwas niedriger. Das heißt: Selbst wenn wir 100 Prozent der Bevölkerung impfen, kommen wir nicht auf die 85 Prozent, die wir bräuchten, um die Ansteckungskette zu unterbrechen. Das Thema Herdenimmunität ist vorbei.

Diese und andere Aussagen aus dem Beitrag liesen mich im Sommer 2021 zu dem Schluss kommen:

>>Wir werden Corona nicht mehr los. Entsprechend geht es von jetzt an darum, wie wir mit dem Virus ein annähernd normales Leben führen können<<.


Die Politik bleibt bis heute dabei, so zu tun, als wäre alles nur eine Frage der Impfquote. Ja, eine hohe Quote hilft uns die Intensivstationen zu entlasten. Insofern ist dieses Bestreben sinnvoll. Aber sind Lockdowns der einzige Weg, um das zu erreichen? Hier habe ich eine abweichende Ansicht. In der Arbeit mit meinen Unternehmenskunden habe ich gelernt anders mit Herausforderungen umzugehen. Die beste Herangehensweise, um gegen einen gemeinsamen „Feind“ erfolgreich vorzugehen, ist Kollaboration. Dahinter versteckt sich die Idee, dass alle Betroffenen zusammenarbeiten, um das Problem zu meistern. Status, Positionen oder andere individuelle Befindlichkeiten werden dabei zur Seite gestellt. Voller Fokus auf die harte Nuss, die es zu knacken gilt. In unserem Fall das Corona-Virus.

Wie agieren wir heute?

Anstatt zu kooperieren, herrscht die Befehlskette. Die Regierung steckt alle Energie in Anweisungen und Regeln. Und noch mehr davon in deren Kontrolle und Exekution. Das Ergebnis hiervon kennen wir. Spaltung. Unverständnis. Widerstand.

Wie würde ich vorgehen?

Die Energie wird in Kollaboration, anstatt in Regeln und Kontrolle investiert. Mitarbeiter:innen aus dem öffentlichen Bereich werden in Ansteckungsprävention und Bürgerbeteiligung ausgebildet. Sie tauschen ihr Büro gegen den Dienstwagen. Ihre Aufgabe besteht fortan darin, die Bevölkerung dabei zu betreuen ein virussicheres Miteinander zu gestalten. Beispiele sind:

  • Gaststätten individuell betrachten. Bei gutem Lüftungskonzept und ausreichend Abständen kann der Betrieb fortgeführt werden.

  • Restaurants unterstützen, möglichst viele Außenplätze anbieten zu können.

  • Geschäften und Dienstleistern helfen ihr eigenes Konzept zu erarbeiten, damit sie offen halten können.

  • Büro-, Arbeitsplatz und Home-Office Lösungen werden erarbeitet und ggf. die Begleitung durch externe Berater:innen gefördert.

  • Usw.

Bedienstete von Gemeinden, Bezirkshauptmannschaften, Feuerwehren und selbst der Polizei werden zu Corona-Ratgebern der Bevölkerung. Die Bundespolitik kümmert sich um den Rahmen, damit diese Personenkreise arbeiten können. Die Lösungen werden vor Ort nach den individuellen Gegebenheiten erzielt. Statt Kontrolle und Strafe geht es darum, schlechte Konzepte weiterzuentwickeln, bis sie zum gewünschten Erfolg führen. So sieht für mich ein Miteinander aus.

Wir hätten damit längst beginnen können. Stoppen wir die Lockdowns. Akzeptieren wir die Tatsache, dass wir in absehbarer Zeit mit Corona leben werden.

In Kollaboration gegen die Auswirkungen des Virus!
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